Grußwort

Jede Schwangere wünscht sich, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Als Mutter weiß ich dies aus eigener Erfahrung. Alkoholkonsum ist eine der größten vermeidbaren Gefahren für die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Eine intensive Aufklärung für Schwangere, Angehörige und die Heilberufe ist hierfür erforderlich. Daher unterstütze ich als Drogenbeauftragte der Bundesregierung den vorliegenden „Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit“.

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben. Selbst beim Konsum von geringen Alkoholmengen können Wachstumsstörungen und geistige und soziale Entwicklungsstörungen auftreten. Solche vorgeburtlich verursachten Schädigungen durch Alkoholkonsum können die Hirnentwicklung so stark beeinträchtigen, dass sie ein Leben lang auf Hilfe angewiesen bleiben. Bei schwächeren Ausprägungen treten Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten auf, die lebenslange Beeinträchtigungen zur Folge haben können.

Der Rat von führenden Experten und Medizinern ist eindeutig: Werdende Mütter sollten während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit konsequent auf den Konsum von alkoholischen Getränken verzichten. Nur so können sie Schädigungen des ungeborenen Kindes und des Säuglings durch Alkohol sicher vermeiden. Dieser Rat ist den meisten Frauen und Müttern sicher nicht neu. Dennoch: Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 1998 trinken in Deutschland etwa 14 Prozent der Schwangeren gelegentlich Alkohol. Und jedes Jahr werden in Deutschland nach Schätzungen mehr als 2.000 Kinder geboren, die aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft geschädigt zur Welt kommen.

Um diese vermeidbaren Behinderungen der Kinder und die lebenslangen Folgen zu verhindern, verwendet diese Broschüre keinen erhobenen Zeigefinger, sondern gibt viele praktische Tipps, wie Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit konsequent auf alkoholhaltige Getränke verzichten können. Auch den angehenden Vätern, Familienangehörigen oder Freunden werden Hinweise für ihre verantwortliche Rolle gegeben. Sie können den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol selbst vorleben. Werdende Mütter dürfen keinesfalls zum Alkoholkonsum ermuntert, sondern müssen im Gegenteil unterstützt werden, in der Schwangerschaft völlig auf Alkohol zu verzichten.

Verantwortung der Mütter, der Väter und des Umfelds von Anfang an schützt das ungeborene Leben!



Marlene Mortler, MdB
Drogenbeauftragte der Bundesregierung