Präventionsinitiativen

1. Initiative „Verantwortung von Anfang an!“

„Verantwortung von Anfang an!" – so lautet die Präventionsinitiative, die vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" des BSI in 2008 ins Leben gerufen wurde, um für den Verzicht von Alkohol während der Schwangerschaft zu werben.

Neben dem Internetauftritt www.verantwortung-von-anfang-an.de informiert auch die Broschüre „Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit" über dieses Thema.

Seit Februar 2009 wird die Broschüre in Kooperation mit Herrn Dr. Reinhold Feldmann mit wissenschaftlicher Unterstützung der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster und der FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde herausgegeben. Bis Ende 2017 werden 3,5 Mio. Broschüren verteilt sein. Im Jahr 2017 sind 450.000 Broschüren neu gedruckt worden. Die Broschüre wird über Distributionspartner zielgenau verteilt und erreicht 60 bis 65 % aller schwangeren Frauen in Deutschland.
Die Verteilungs- und Kooperationsstellen sind hierbei derzeit:

  • IDS Information Display Services GmbH, Baden-Baden,
  • DIRECT-TO-PATIENT MEDIA GmbH, ehemals: Happy Mom Group GmbH, Ettingen, („Happy Mom“-, „Happy Me-Taschen", „Happy-Youth-Broschüren" sowie Beteiligung und Integration in der "Happy-Mom-App"),
  • Junior-Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg, (Geschenkbox „For You", ehemals: „wireltern.de-Geschenktasche 1“),
  • der BSI bezüglich einer Vielzahl von Schwangerschaftsberatungsstellen, Hebammen-Verbände Gynäkologen etc.


Kostenlos werden die gynäkologischen Praxen mit insgesamt erneut 5.000 Informations-Paketen auch im Jahr 2017 zusätzlich bestückt, die aus Broschüren und Plakaten für das Wartezimmer bestehen (seit 2009 insgesamt 39.500 Pakete).

Ziel der Broschüre ist es, in klarer und übersichtlicher Form zu informieren und Tipps zu geben, wie Schwangere und stillende Mütter auf alkoholhaltige Getränke konsequent verzichten können. Dabei spielt auch das Umfeld eine wichtige und unterstützende Rolle. Die Broschüre richtet sich daher auch an angehende Väter, Freunde und Kollegen, die eine schwangere Frau niemals zum Trinken auffordern sollten.

Die Drogenbeauftragten der Bundesregierung,

  • Sabine Bätzing (2005 – 2009),
  • Mechthild Dyckmans (2009 – 2013) sowie
  • Marlene Mortler (seit 2014),

begrüßen die Initiative des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ und richten sich mit einem Grußwort direkt an Schwangere und stillende Mütter.

Die Parlamentarischen Staatssekretärinnen/Staatssekretäre des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützen die Initiative mit einem Elternbrief an die zukünftigen Eltern:

  • Ursula Heinen-Esser (2009),
  • Julia Klöckner (2010),
  • Peter Bleser (seit 2011).


Bilanz – Stand: bis Ende 2017
Drucksachen:

  • 3,5 Mio. Broschüren
  • 315.000 Faltblätter
  • 39.500 Informations-Pakete (mit Plakaten und Broschüren)
  • 8 Veröffentlichungen in der Zeitschrift „FRAUENARZT“ von 2012 bis 2016


2. Initiative „Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten!“

Im Rahmen der Präventionsinitiative „Verantwortung von Anfang an!“ gibt der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ seit 2012 das Faltblatt „Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten“ heraus, das im April 2017 in fünfter Auflage aktuell erschienen ist.

Dieses Faltblatt wird wissenschaftlich begleitet von Frau Dr. Gisela Gille, Ärztin in Lüneburg und Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG).

2012 startete die Verteilung des Faltblattes „Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten“ in einer Auflage von 80.000 Stück durch die Ärztinnen der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (ÄGGF) im Rahmen ihrer Veranstaltungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der schulischen Sexualerziehung bis November 2013.

  • Seit 2014 erfolgt die erneute Verteilung des Faltblattes „Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten“ (fünfte Auflage 2017: 85.000 Stück) bundesweit über Gynäkologen mit direkter Übergabe in den „Happy Me-Taschen" durch Frauenärzte beim ersten Besuch in der gynäkologischen Sprechstunde.
  • Seit 2015 erfolgt die Verteilung des Faltblattes für Mädchen zusätzlich auch zusammen mit der sogenannten „Happy-Youth-Broschüre" zur J1-Untersuchung für Mädchen (Jugendgesundheitsuntersuchung ab 13 Jahren).
  • Die Veröffentlichung erfolgt erneut in Kooperation mit dem Berufsverband der Frauenärzte e. V., der in der Zeitschrift „FRAUENARZT“ über die Verteilung des Faltblattes „Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten“ insbesondere Ärzte, Gynäkologen und Hebammen informiert.

Dr. Gisela Gille, Ärztin in Lüneburg, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) und Autorin der Broschüre, hält in diesem Zusammenhang fest: „Bei Mädchen in der Adoleszenz gibt es ein großes Interesse an Themen wie Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt. Familie ist ein wichtiger Teil des Lebensentwurfs Jugendlicher – wenn auch nicht mehr der einzige. Frauenärztinnen und Frauenärzte bieten spezielle Mädchen-Sprechstunden an, und es ist mir ein besonderes Anliegen, wenn jungen interessierten Mädchen das Faltblatt ‚Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten‘ in der frauenärztlichen Praxis zugänglich gemacht wird. Die Akzeptanz des Faltblattes und damit die Sinnhaftigkeit dieses Engagements konnte durch Evaluierungen 2013 bis 2017 bestätigt werden.“

Dr. Reinhold Feldmann, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster und der FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde, ist von dem Konzept des Faltblattes überzeugt: „Ziel dieses Faltblattes ist es, in verständlicher Form jungen Mädchen einfache und klare Botschaften zum Thema ‚kein Alkohol in der Schwangerschaft’ zu geben. Der Flyer ‚Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten’ informiert klar über die Wirkung von alkoholhaltigen Getränken insbesondere in der Schwangerschaft und ist durch einfach formulierte Tipps zielgruppengenau aufbereitet.“

Marlene Mortler, MdB, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, erklärt zur Initiative des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ zur Aufklärung von Mädchen: „Gezielte Prävention, Information, Beratung sowie Aufklärung sind bereits für Mädchen und junge Frauen wichtig und notwendig. Und zwar flechendeckend. Meine: Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft und Stillzeit! Denn nur so können das ungeborene Kind und der Säugling vor alkoholbedingten Schädigungen zu 100 % geschützt werden.“

„Der ‚Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung’ des BSI übernimmt mit dem Faltblatt zum Thema ‚Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten’ Verantwortung für eine umfassende Information und Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Während mit der Präventionsmaßnahme ‚Verantwortung von Anfang an! – Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft und Stillzeit’ insbesondere schwangere Frauen direkt über Gynäkologen, Hebammen etc. angesprochen werden, werden mit dem Faltblatt, welches seit 2012 veröffentlicht wird, auch Mädchen und junge Frauen für das Thema Alkohol und Schwangerschaft sensibilisiert. Wir werden die bestehenden Kooperationen – insbesondere zur ‚Mädchen-Sprechstunde‘ und über die ‚Happy Me-Tasche' sowie über die ‚Happy-Youth-Broschüre' bei der J1-Untersuchung nachhaltig ausbauen und fortsetzen“, informiert BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick.

Die Evaluierungsanalyse 2016 zu dem Faltblatt „Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten“ (direkte Übergabe in der „Happy Me-Tasche“ beim ersten Besuch von Mädchen und jungen Frauen in der gynäkologischen Sprechstunde) – in Kooperation mit dem Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF) und dem „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI – ergab, dass 73 Prozent der Mädchen/jungen Frauen in Sprechstunden im Alter zwischen 14 bis 17 Jahren angaben, durch das Faltblatt neue Informationen und neues Wissen erlernt zu haben. (vgl. auch Presseinformation Nr. 15/2016 vom 21. Dezember 2016).

Bilanz – Stand: bis Ende 2017
Drucksachen:
315.000 Faltblätter
3 Veröffentlichungen in der Zeitschrift „FRAUENARZT“ von 2012 bis 2016


3. Initiative „Verantwortung von Anfang an! – Das Fetale Alkoholsyndrom“

Seit 2012 gibt der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ die Broschüre „Verantwortung von Anfang an! – Das Fetale Alkoholsyndrom“ – wissenschaftlich begleitet von Herrn Dr. Reinhold Feldmann, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster und FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde – heraus. Die Broschüre wird bis Ende 2017 125.000 Mal in deutscher Sprache und 12.000 Mal in englischer Sprache gedruckt und verteilt werden.

Im Jahr 2017 wurde eine sechste Auflage der Broschüre „Das Fetale Alkoholsyndrom“ in deutscher Sprache von 27.000 Exemplaren veröffentlicht, mit Distribution u. a. über:

  • der IDS Information Display Services GmbH,
  • der FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde,
  • direkt über den BSI etc.


Die neue Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat auch das Vorwort der Broschüre „Das Fetale Alkoholsyndrom“ in der dritten Auflage 2014, vierten Auflage 2015, fünfter Auflage 2016 und sechster Auflage 2017 gerne übernommen. Hierin führt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Folgendes aus:

„Jedes Jahr werden in Deutschland nach Schätzungen mehr als 2.000 Kinder geboren, die aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft ein Fetales Alkoholsyndrom (FAS) aufweisen. Die im Juni 2016 veröffentlichte S2-Leitlinie zur Diagnose der Fetalen Alkoholspecktrumströrung (FASD) ermöglicht erstmals in Deutschland eine einheitliche Diagnose von FASD bei Kindern und Jugendlichen. FASD äußert sich bei Kindern und Jugendlichen typischerweise durch ein verringertes Wachstum sowie durch Veränderungen des Gesichtes und des zentralen Nervensystems. Häufig sind auch Entwicklungsstörungen, kognitive Defizite und Verhaltensauffälligkeiten mit dem FASD verbunden. FASD ist nicht heilbar, die Folgen können aber durch frühzeitige Behandlung wesentlich abgemildert werden.

Eine frühzeitige Diagnose, für die mit der Leitlinie eine wesentliche Voraussetzung geschaffen wurde, ist ein bedeutender Schritt, um alkoholgeschädigten Kindern die notwendigen Hilfen zu geben, damit sie ihr Leben meistern können. Die betroffenen Familien, die häufig Pflege- und Adoptivfamilien sind, erfahren dadurch frühzeitig von der Ursache der Behinderung und können von Anfang an ihren Alltag auf die Besonderheiten des Kindes einstellen und entsprechende Hilfen organisieren. Kinderärzte, Psychologen und Therapeuten können ihre Fördermaßnahmen anpassen und Kindertagesstätten und Schulen sich besser auf die Kinder mit FASD einstellen. Auch für die zuständigen Jugend- und Versorgungsämter wird es leichter, den entwicklungsbezogenen Leistungsbedarf zu ermitteln.

Die vorliegende Broschüre soll dazu beitragen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer vorgeburtlichen Alkoholschädigung besser zu verstehen. Sie bietet dafür alltagspraktische Tipps für einen gelingenden Umgang und weist auf mögliche therapeutische, schulische und sozialrechtliche Hilfen für sie und ihr soziales Umfeld hin.

Wenn auch die Folgen der vorgeburtlichen Alkoholbelastungen nicht rückgängig zu machen sind, können Verständnis und angemessene Hilfestellungen dazu beitragen, dass die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in ein Leben hineinfinden, in dem sie trotz ihrer Behinderungen ihre Fähigkeiten entfalten können.“

„Der ‚Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung’ des BSI übernimmt mit dem Druck und der Veröffentlichung der Broschüre ‚Verantwortung von Anfang an! – Das Fetale Alkoholsyndrom’ in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster und der FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde Verantwortung für umfassende Aufklärungsarbeit und Sekundärprävention insbesondere zur Aufklärung von FAS-betroffenen Eltern und Erziehern. Diese Aktivitäten wollen wir – da sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig, richtig und hilfreich sind – in Zukunft nachhaltig unterstützen“, so Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des BSI.

Bilanz – Stand: bis Ende 2017
Drucksachen:
125.000 Faltblätter deutsch
12.000 Faltblätter englisch

 

 

 

 

Wissenschaftliche Beratung der verschiedenen Maßnahmen:

In Münster:

Dr. Reinhold Feldmann
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
des Universitätsklinikums Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster
Tel.: 0251 8356439
Fax: 0251 8349594
E-Mail: feldrei@uni-muenster.de

In Walstedde:

Dr. Reinhold Feldmann
FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde
Dorfstraße 9
48317 Walstedde
Tel.: 02387 91946100
Fax: 02387 9948610
E-Mail: feldmann@tagesklinik-walstedde.de

In Lüneburg:

Dr. med. Gisela Gille
Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
Drögenkamp 1
21335 Lüneburg
Tel.: 04131 733746
Fax: 04131 733747
E-Mail: gille@uni-lueneburg.de


Kooperationspartner

Dr. Christian Albring
Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF)
Elmstraße 14
30657 Hannover
Tel.: 0511 6040404
Fax: 0511 6040904
E-Mail: dr.albring@t-online.de

Herausgeber

„Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI
Urstadtstraße 2
53129 Bonn
Tel.: 0228 53994-0
Fax: 0228 53994-20
E-Mail: info@bsi-bonn.de
Internet: www.spirituosen-verband.de
www.massvoll-geniessen.de